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Mikroplastik im Trinkwasser — Stand der Forschung 2026

Mikroplastik ist allgegenwärtig — in der Nahrung, in der Luft, im Wasser. Aber wie hoch ist die Belastung im deutschen Trinkwasser tatsächlich, was sagt die Forschung über gesundheitliche Risiken, und was können moderne Filtersysteme leisten?

Was ist Mikroplastik?

Mikroplastik sind Kunststoffpartikel, die kleiner als 5 Millimeter sind. Das Umweltbundesamt und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) definieren so wasserunlösliche Plastikteilchen, die durch Zerfall größerer Plastikteile (sekundäres Mikroplastik) oder gezielte Herstellung (primäres Mikroplastik, etwa in Kosmetika) entstehen. Noch kleiner sind Nanoplastik-Partikel: zwischen 1 und 1.000 Nanometern. Diese stellen klassische Filter vor besondere Herausforderungen.

Wie gelangt Mikroplastik ins Trinkwasser?

Hauptquellen sind Reifenabrieb (in Deutschland mit rund 6.800 Tonnen jährlich die größte einzelne Eintragsquelle), Faserabrieb beim Wäschewaschen, Abrieb von Fassaden- und Straßenmarkierungsfarben sowie der Zerfall größerer Plastikabfälle. Über Oberflächengewässer, Niederschlagsabflüsse und teils undichte Kanalisationen erreichen Partikel das Grundwasser — und damit potenziell die Trinkwasseraufbereitung.

Was zeigen Untersuchungen?

Das Umweltbundesamt arbeitet seit über zehn Jahren an Methoden zur Mikroplastik-Analyse. Im Forschungsprojekt MicroDrink (gestartet 2024) erfassen acht Länder im Donauraum erstmals systematisch Mikroplastik in Grund- und Trinkwasser. Die Berliner Wasserbetriebe berichten, dass ihr Trinkwasser nach aktuellen Messverfahren frei von nachweisbarem Mikroplastik ist. Untersuchungen abgefüllter Mineralwässer zeigen dagegen messbare Mengen, insbesondere PET als Folge des Verpackungs-Abriebs.

Sind Filter wirksam?

Ja — abhängig von der Porenweite. Klassische Aktivkohleblock-Filter halten Partikel bis etwa 5 Mikrometer zurück. Hohlfaser-Ultrafiltrationsmembranen erreichen 0,1 Mikrometer. Umkehrosmose-Membranen filtern bis 0,0001 Mikrometer (1 Nanometer) und halten damit selbst kleinste Mikroplastik-Partikel sicher zurück — auch viele Nanoplastik-Bestandteile.

Was bedeutet das für deutsche Haushalte?

Deutsches Leitungswasser ist eines der best-kontrollierten Lebensmittel der Welt. Die nachgewiesenen Mikroplastik-Konzentrationen sind in der Regel niedrig. Wer auf Nummer sicher gehen möchte — etwa in Haushalten mit Kleinkindern oder bei dokumentiert höheren regionalen Belastungen —, ist mit einer mehrstufigen Anlage aus Aktivkohle, Membran-Vorfiltration und Umkehrosmose bestmöglich abgesichert.

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Quellen und weiterführende Informationen: Umweltbundesamt (Forschungsschwerpunkt Mikroplastik), Berliner Wasserbetriebe (Projekt MiWa), Interreg-Danube-Projekt MicroDrink 2024, WHO-Bericht „Microplastics in drinking water" (2019).