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Plastikflasche oder Leitungswasser? Eine ehrliche Ökobilanz

Pro Jahr werden in Deutschland rund 15 Milliarden PET-Flaschen verbraucht. Demgegenüber steht das wohl meistgeprüfte Lebensmittel des Landes: das Leitungswasser. Wer macht das Rennen — ökologisch, finanziell, gesundheitlich?

Der CO₂-Fußabdruck

Ein Liter Mineralwasser aus PET-Flasche verursacht laut Berechnungen des Umweltbundesamtes etwa 200–250 Gramm CO₂-Äquivalente — Herstellung, Transport und Entsorgung der Flasche eingerechnet. Glasflaschen liegen sogar höher, wenn weite Transportwege nötig sind. Leitungswasser kommt auf etwa 0,3 Gramm CO₂ pro Liter — also rund 600-mal weniger. Bei einem Vier-Personen-Haushalt mit 2 Litern Trinkwasser pro Person und Tag spart Leitungswasser im Jahr rund 600 Kilogramm CO₂.

Die Kosten

Ein Liter Leitungswasser kostet in Deutschland im Schnitt 0,2 Cent. Ein Liter Mineralwasser im Discounter beginnt bei etwa 19 Cent — also rund hundertmal teurer. Selbst hochwertiges Quellwasser mit Kasten und Pfand liegt bei 50 Cent bis 1 Euro pro Liter. Über ein Jahr summiert sich das beim Vier-Personen-Haushalt auf mehrere hundert Euro.

Die Qualität

Leitungswasser unterliegt der Trinkwasserverordnung mit über 50 regelmäßig überwachten Parametern. Mineralwasser unterliegt der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung, deren Anforderungen in einzelnen Punkten weniger streng sind. Vergleichende Untersuchungen der Stiftung Warentest haben mehrfach gezeigt: In sensorischer Qualität und Schadstoff-Freiheit steht deutsches Leitungswasser den meisten Mineralwässern in nichts nach.

Das Mikroplastik-Problem

Untersuchungen abgefüllter Mineralwässer haben in fast allen Proben Mikroplastik nachgewiesen — überwiegend PET aus Abrieb der Flasche selbst und des Verschlusses. In Leitungswasser ist die Belastung deutlich niedriger oder unter der Nachweisgrenze. Wer Mikroplastik vermeiden will, fährt mit Leitungswasser plus Filter klar besser als mit Flaschenwasser.

Das Tragen

Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt schleppt jährlich rund 1,2 Tonnen Wasser nach Hause, wenn er ausschließlich aus Flaschen trinkt. Treppensteigen mit Wasserkästen entfällt bei Leitungswasser komplett.

Wann macht eine Filteranlage Sinn?

Wer das Plastik-Problem komplett lösen will, ohne auf hochwertigen Geschmack oder Sicherheit zu verzichten, kombiniert Leitungswasser mit einer hochwertigen Filteranlage. Die Investition amortisiert sich gegenüber Mineralwasserkauf typischerweise innerhalb von zwei bis drei Jahren — und die ökologische Bilanz bleibt unschlagbar.

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Quellen und weiterführende Informationen: Umweltbundesamt Ökobilanz Getränkeverpackungen, Stiftung Warentest Trinkwassertests, Mineral- und Tafelwasser-Verordnung, Trinkwasserverordnung 2023.